
Kronen Zeitung
CHANCEN, ABER KEIN TOR
75 Minuten in Unterzahl: WAC holt Punkt gegen GAK
Trotz langer Unterzahl hat sich der WAC einen Punkt erkämpft! Nach einer Roten Karte für Nicolas Wimmer wegen Handspiels in der 15. Minute mussten die Kärntner fast die gesamte Partie mit einem Mann weniger gegen den GAK auskommen. Am Ende blieb es bei einem torlosen Unentschieden.
Gerald Scheiblehner ist bei seiner Premiere als Trainer des GAK ein Sieg verwehrt geblieben. Die Steirer kamen am Samstag in der 5. Runde der Fußball-Bundesliga gegen den WAC trotz eines klaren Chancenplus und einer Überzahl ab der 15. Minute nach einem Torraub-Ausschluss von Nicolas Wimmer über eine Nullnummer nicht hinaus. Großes Pech war dabei. Peter Michorl traf vor 6.744 Fans im Stadion Graz-Liebenau zweimal (18., 79.) die Stange, Leon Klassen schoss an die Latte (45.).
Scheiblehner änderte in seiner ersten Aufstellung kaum etwas. Nur Daniel Maderner kam als Solospitze in die Startelf. Christian Lichtenberger saß deshalb im Vergleich zum 0:1 in Ried, bei dem Interimstrainer Joachim Standfest nach der Trennung von Ferdinand Feldhofer infolge des 0:8 bei Rapid das einzige Mal das Sagen gehabt hatte, nur auf der Bank. Bei den Wolfsbergern wurde der angeschlagene Cheick Diabate in der Innenverteidigung durch Simon Piesinger ersetzt, in der Offensive bekam im Gegensatz zum 1:2 in Lustenau Phillip Verhounig anstelle von Marco Schabauer den Vorzug.
Trainereffekt am Platz spürbar
Ein Trainereffekt war bei den Grazern von der ersten Minute an spürbar, die Hausherren waren aggressiv, aktiv und spielten munter nach vorne. WAC-Tormann Lukas Gütlbauer rückte mehrmals in den Mittelpunkt und erstmals schon nach weniger als drei Minuten bei einem Kopfball von Alexander Hofleitner. Ein weiterer Abschluss von Anderson per Kopf ging drüber (13.). Zwei Minuten später folgte eine vermeintlich vorentscheidende Szene. Wimmer blockte einen Ball als letzter Mann im Duell mit Hofleitner mit dem Arm ab und wurde wegen Torraubs ausgeschlossen. Wenig später rettete bei einem Michorl-Freistoß zuerst die Stange und dann knapp vor der Linie Rafael Behounek (18.).
Auch danach sorgten die Grazer vor allem nach Standards von Michorl für enorme Gefahr. Anderson verfehlte per Kopf wieder das Tor (31.), bei einem Abschluss von Hofleitner aus kurzer Distanz rettete Fabian Wohlmuth auf der Linie (33.). Zudem hielt Gütlbauer einen Michorl-Freistoß, der Nach-Volley von Anderson ging drüber (34.). Auch Beres Owusu fehlte die Kaltschnäuzigkeit (36.). Die beste Chance fand Leon Klassen vor, dessen Volley nach Anderson-Flanke von der Latte zurückklatschte (45.). 14:0-Schüsse, 8:1-Eckbälle und 66 Prozent Ballbesitz unterstrichen die Grazer Dominanz.
Mangelnde Effizienz hielt an
Nach Wiederbeginn mangelte es den GAK-Akteuren weiter an der Effizienz. Ismael Guerti scheiterte am WAC-Goalie (53.), Tobias Koch und Klassen (55.) sowie Yannick Oberleitner und Anderson (60.) vergaben Doppelchancen. So blieben die Lavanttaler in der Partie und beinahe hätten sie den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Giacomo Vrioni kam nach einem Konter aus etwas spitzer Position zum Abschluss und zwang Cican Stankovic erstmals zu einer Parade (64.). Sonst lag aber nur auf der anderen Seite der Treffer in der Luft. Das erlebte auch der in der 76. Minute eingewechselte Jacob Italiano, der nach seiner bei der WM erlittenen Verletzung sein lautstark bejubeltes Comeback gab, hautnah mit.
Michorl scheiterte nach starker Ballannahme wieder an der Stange, zudem zielte Mark Grosse vorbei (80.). Dass nach zwei Niederlagen wieder einmal ein Punkt herausschaute, war für die Grazer genauso ein schwacher Trost wie, dass sie nun saisonübergreifend schon seit neun Liga-Heimspielen ungeschlagen sind. Die Wolfsberger, bei denen Zugang Dominik Fitz noch nicht im Kader stand, warten nun genauso wie der Gegner seit drei Partien auf einen Sieg.
GAK – WAC 0:0
Graz, Stadion Graz-Liebenau, 6.744 Zuschauer, SR Greinecker.
GAK: Stankovic – Owusu, Pines, Oberleitner – Anderson (76. Italiano), T. Koch, Michorl, Klaasen – Hofleitner, Guerti (76. Lichtenberger) – Maderner (66. Grosse)
WAC: Gütlbauer – Behounek, Piesinger, Wimmer – Wohlmuth, Sulzner, O. Mamageishvili (72. Agyemang), Schwarz (72. Renner) – Verhounig (46. Schriebl), Avdijaj (20. Kitz) – Vrioni (80. Karamoko)
Rote Karte: Wimmer (15./Torraub)
Gelbe Karten: Michorl, Pines, Maderner bzw. Silberberger (Trainer), Behounek, Sulzner, Wohlmuth
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